UNESCO-Weltkulturerbe seit 2013

Petrykiwska Malerei — das Kulturerbe, das ich aus der Ukraine mitbringe.

Blumen, die leuchten. Vögel, die tanzen. Ornamente, die seit Jahrhunderten erzählt werden. Petrykiwska ist eine traditionelle ukrainische Malweise — und gehört seit 2013 zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe.

Was ist Petrykiwska Malerei?

Petrykiwska Malerei (ukrainisch Petrykiwskyj rospys, je nach Umschrift auch Petrykiwka, Petrykivka oder Petrykivska) kommt ursprünglich aus dem Dorf Petrykiwka in der Region Dnipropetrowsk in der Zentralukraine. Die frühesten bekannten Beispiele stammen aus dem 18. Jahrhundert: Damals bemalten die Menschen ihre Hauswände, Öfen, Möbel und Alltagsgegenstände mit leuchtenden Blumen und Ranken.

Das war nicht nur Schmuck. Nach altem Volksglauben sollten die Bilder das Haus vor Unheil und Kummer schützen. Die Technik wurde über Generationen weitergegeben, oft von Mutter zu Tochter, und entwickelte sich zu einer eigenständigen Volkskunst.

Das Besondere:

  • Feine Pinsel aus Katzenhaar oder Marderhaar, für die filigranen Linien
  • Fingerspitzen als Werkzeug — ja, richtig: viele Blüten werden mit dem kleinen Finger gemalt
  • Symmetrie und Rhythmus — die Kompositionen folgen alten Regeln, sind aber nie starr
  • Motive — Pfingstrosen, Glockenblumen, Beeren, Vögel, Schmetterlinge, Trauben
  • Der einzügige Pinselstrich — mehrere Farben zugleich auf dem Pinsel, in einem Strich aufgetragen, sodass der weiche Farbverlauf in jedem Blütenblatt entsteht
  • Freihand, ohne Vorzeichnung — nass in nass und Schicht für Schicht; genau das macht die Arbeit so ruhig und meditativ

Womit und worauf wird gemalt? Traditionell mit Tempera, heute meist mit Gouache, Aquarell oder Acryl — auf Papier, Holz oder Leinwand.

2012 wurde Petrykiwska in der Ukraine als nationales Kulturerbe anerkannt, am 5. Dezember 2013 nahm die UNESCO sie in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf — als lebendige Tradition, die bis heute weitergegeben wird.

Die Symbolik der Motive

Petrykiwska ist nie nur Dekoration. Fast jedes Motiv trägt eine Bedeutung, die tief in der ukrainischen Kultur verwurzelt ist:

  • Blumen stehen für die höchste Form der Schönheit — die vollkommene Natur
  • Kalyna (die Schneeball- bzw. Viburnum-Beere) ist eines der wichtigsten ukrainischen Symbole überhaupt: für Familie, Heimat und die Verbundenheit mit dem eigenen Land
  • Die Malve steht für Weiblichkeit und Mut
  • Der Hahn symbolisiert Feuer und spirituelles Erwachen
  • Vögel allgemein stehen für Licht, Harmonie und Glück
  • Der Kuckuck verkörpert das Geheimnisvolle und den endlosen Lauf der Zeit

Über allem steht die alte Idee: Diese Bilder bringen Schutz, Glück und Leben ins Haus.

Warum ich Petrykiwska unterrichte.

Ich habe Petrykiwska am Theater- und Kunstkolleg in Dnipro gelernt und sie seitdem nie wieder losgelassen. In der Ukraine ist die Technik selbstverständlich — hier in Schleswig-Holstein ist sie praktisch unbekannt.

Genau deshalb macht es mir so viel Freude, sie weiterzugeben. Petrykiwska ist meditativ, überraschend schnell erlernbar und unglaublich dankbar: Deine allerersten Übungen sehen schon aus wie echte Kunst, weil die Technik selbst so stark ist.

Das bringst du aus einem Petrykiwska-Kurs mit.

Die klassischen Grundformen
Tropfen, Beere, Blatt, Blüte

Umgang mit Pinseln & Fingerspitzen
Die traditionellen Werkzeuge

Farbkompositionen
Nach traditionellen Regeln

Ein eigenes fertiges Werk
Auf Papier oder Holz

Hintergrundwissen
Herkunft und Symbolik der Motive

Direkten Zugang
Zu einer seltenen Tradition

Häufige Fragen

Ist Petrykiwska schwer zu lernen?

Nein. Petrykiwska ist eine der dankbarsten Techniken für den Einstieg. Die Grundformen sind schnell gelernt — und weil die Technik selbst so charaktervoll ist, sehen schon deine ersten Übungen erstaunlich gut aus.

Brauche ich Vorkenntnisse?

Keine. Du kannst zum ersten Mal einen Pinsel halten — Petrykiwska eignet sich genau dafür. Wer schon Erfahrung mit anderen Techniken hat, entdeckt eine ganz neue, ornamentale Herangehensweise.

Womit und worauf male ich im Kurs?

Wir arbeiten mit Gouache oder Acryl, feinen Pinseln und — ganz traditionell — mit den Fingerspitzen. Gemalt wird auf Papier oder Holz. Die Materialien stelle ich.

Wie lange dauert es, bis ich ein Werk fertig habe?

Schon in einem einzigen Kurs nimmst du ein eigenes, fertiges Werk mit nach Hause.

Wo findet der Unterricht statt?

In Bad Segeberg und Umgebung. Einzeltermine und kleine Gruppen sind möglich — schreib mir einfach, was dir vorschwebt.

Probier Petrykiwska aus.

Ob du zum ersten Mal einen Pinsel hältst oder schon Erfahrung mit anderen Techniken hast: Petrykiwska ist ein wunderbarer Zugang zur Malerei — und zu einem Stück ukrainischer Kultur, das gerade jetzt besonders lebt.